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10 August 2018

Mystik und Emanzipation: Gertrud von Ortenberg und die Beginen * Thomas Brenck im Gespräch mit Dr.phil.Siegfried Ringler in der KulturZeit MK am Mittwoch, dem 3. Oktober 2018, bereits um 19.04 Uhr

Einzigartige menschliche Erfahrungen und Erlebnisse sind in den Kulturen auf allen Kontinenten und von Gäubigen aller Religionen überliefert worden. Heute geht es um das Leben der Gertrud von Ortenberg, die als Tochter eines Ritters zwischen 1275 und 1285 geboren wurde und 1325  in Offenburg starb. Nach ihrer Ehe mit dem Ritter Heinrich Rickeldey zog die geistig und religiös aufgeschlossene Frau in die Stadt  Offenburg und wurde von einer Begine aufgenommen. 1303/04 trat sie der Beginengemeinschaft bei. Sie pflegte kranke, kümmerte sich um Kinder und bemühte  sich um die Aussöhnung zwischen verfeindeten Menschen.

Ihre Vita hat Siegfried Ringler übersetzt übersetzt und herausgegeben. Sie ist ein Beispiel für Beginnebewegung im Mittelalter und steht für  geistige und religiöse Mündigkeit.

 Dr. Siegfried Ringler veröffentlichte eine Darstellung unter dem Titel “Befreit von allem. Mystik und Emanzipation bei Gertrud von Ortenberg”:

„Weiß Gott, ich will es wagen, Unser Herr lässt mich nicht im Stich, darin will ich ihm vertrauen.“ Mit unbedingter Entschlossenheit setzt so die junge Adlige Gertrud von Ortenberg (ca. 1275/1285–1335) gegenüber ihren Verwandten ihre Absicht durch, die angestammte Burg zu verlassen und in der Stadt Offenburg ein selbstverantwortetes Leben als Begine zu führen. Davon berichtet die kurz nach Gertruds Tod unter dem maßgeblichen Mitwirken ihrer Freundin Heilke vonStaufenberg verfasste Vita, die über ihre historische und literarische Bedeutung  hinaus ein geradezu einzigartiges Dokument zur Frauenbewegung im frühen 14. Jh., zu Beginentum und Mystik und besonders zum Armutsstreit in dieser Zeit ist…

Für uns Heutige dürfte von besonderem Interesse sein, wie es hier einer Frau gelingt, sich aus vielfacher Abhängigkeit zu lösen und zu einem selbstbestimmten Leben zu gelangen, wobei die Bewältigung derkonkreten Alltagsverhältnisse und das Streben nach religiöser Vervollkommnungaufs engste zusammen- wirken.” (Zitat S.Ringler. s.o.!)

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Beginenhof bald im Neubau in Iserlohn Gerichtsstrasse/Wallstrasse

Die Entwicklung von Beginen-Wohngemeinschaften, sog, Beginenhöfe hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Auch in Iserlohn wollen Frauen der modernen Beginenbewegung ein Leben in einer Wohngemeinschaft beginnen: “Selbstentfaltung in der Gemeinschaft – ohne Männer.”

Am Anfang des Beitrages ist deshalb von der Baustelle  der zukünftigen beginnen-Wohngemeinschaft ein kurzes Gespräch mit Frau Knacke, Frau Muth und Frau Heimann, der Projeketberaterin und Begine im Vorstand des Dachverbands der Beginen zu hören.

Informationen um Iserlohner Projekt Beginenhof:

www.igw-wohnen.de/projekt/neubauprojekt-wallstrasse-gerichtstrasse.html

www.facebook.com/Frauenwohnprojekt/?__tn__=k*F&tn-str=k*F

 

Redaktion und Moderation: Thomas Brenck * Sprecher: Werner Kroll

Die eingespielten Musiktitel, bzw.  die kurzen Motive werden ebenfalls hier veröffentlicht.

Der Beitrag wird auch in der NRWision-Audiothek abzurufen sein.

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Radio MK – Radio Iserlohn // Live Radio
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