Moderator Robert Beyer wird  in seiner Sendung einen Blick in die Vergangenheit werfen und ein weiteres Robert Stolz-Porträt aufzeichnen. Der Wohnsitz von Robert Stolz war nun Berlin. Nach seinem großen Erfolg des Stückes „Mädi“ bekam er auch Aufträge, Musik für den Film zu schreiben. Im März 1929 war dann im Gloria-Palast in Berlin die gelungene Premiere des Musikfilms „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“. Es war der erste musikalische Tonfilm Europas überhaupt. Der Streifen wurde übrigens beinahe ein Jahr am Broadway erfolgreich aufgeführt, und das in deutscher Sprache Nach diesem Film ging es unaufhörlich weiter. Robert Stolz komponierte wie ein Besessener.
Zwei seiner erfolgreichsten Schöpfungen finden sich in Benatzkys „Weißen Rössl“ wieder. „Die ganze Welt ist himmelblau“ und “Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“. Ab 1933 verließen viele seiner Freunde aus politischen Gründen Berlin. Stolz wurde in seiner Arbeit als sogenannter “Arier“ zwar nicht behindert, verlor aber mehr und mehr die intensive Lust am komponieren. Er fühlte sich ohne seinen alten Freundeskreis einsam und ging 1936 wieder zurück nach Wien. Nachdem es für ihn dort 1938 politisch unerträglich wurde, zog es ihn nach Paris. Nach Ausbruch des 2.Wweltkrieges wanderte er nach Amerika aus. Hier einen Neuanfang zu finden, war für ihn sehr schwer. Plötzlich, ganz unerwartet, kam dann der Durchbruch. In der Carnegie Hall in New York sollte ein Konzert mit Wiener Werken stattfinden. Stolz sprang für den erkrankten Bruno Walter ein und dirigierte das Konzert einfühlsam mit seinem beliebten Wiener Charme. Das Publikum jubelte seinem neuen Star zu. Der Name Robert Stolz bekam nun einen festen Platz in der amerikanischen Unterhaltungsbranche. Stolz kam ins Geschäft. Er schrieb die Musik für Revuen und Filme und erhielt sogar zweimal den „Oscar“ für seine Filmkomposi-tionen. Große Verdienste hatte er in Amerika auch durch die Neubelebung der Wiener Operette. In Amerika hatte Robert Stolz seine über alles geliebte „Einzi“ geheiratet.
Nach dem Krieg fuhr er mit ihr zurück nach Wien. Der Anblick der zerstörten und besetzten Metropole war bei der Ankunft 1946 für beide sehr deprimierend. Doch wer ließ sich dadurch nicht entmutigen. Neue Werke ent-standen. So auch für den Tonfilm „Herbstmanöver“, aus der die sehr bekannte Melodie „Auf der Heide blüh´n die letzten Rosen“ stammt. Ein neues Metier kam hinzu. Er schrieb gut ein Dutzend Musikwerke für die Wiener Eisrevue. In den1960er Jahren wandte sich Stolz wieder vermehrt der Operette zu. Die Seebühne in Bregenz war für die „Trauminsel“ und für „Hochzeit am Bodensee“ Ort der Uraufführungen. Stolz war unermüdlich in seinem Schaffensdrang. Schallplatten- und Rundfunkauf-nahmen lösten sich gegenseitig ab. Auf seinen vielen Tourneen im In-und Ausland standen Konzerte und Operettenaufführungen im Vordergrund.
Robert Stolz hat Großartiges auf dem Gebiet der Musik geschaffen. Nicht nur seine Melodien sind Völker verbindend, sondern auch als Dirigent hat er eine Mission als musikalischer Botschafter ausgeübt. Im August 1963 erhielt er auf Grund seiner vielseitigen und hervorragenden Leistungen das Große Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Hinzu kamen Ehrungen Auszeichnungen aus den Nieder landen und Österreich. Der Komponist starb 95 jährig am 27. Juni 1975 in Berlin. Mit ihm hat ein liebenswerter und erfolgreicher Künstler die Lebensbühne verlassen.

Es singen: Benjamino Gigli, Erika Köth, Renate Holm, Anneliese Rothenbergr, Nicolai Gedda, Cesare Curzi, Monika Dahlberg, Ferry Gruber, Melitta Muczely, Rudolf Schick, Jan Kiepura und Margit Schramm

Info: Der Beitrag war für den 21.11. 2015   geplant, wurde aber nicht übertragen.