Die Uraufführung fand am 24.Oktober 1885 in Wien statt. Das Werk gehört mit zum Standardprogramm vieler Bühnen. Es lebt von verzwickten und amüsanten Situationen, denen Strauß mit beliebten Musikstücken seine Handschrift verliehen hat. Die Lieder vom „Borstenvieh und Schweinespeck“, „Ja das alles auf Ehr““ und „Wer uns getraut“ sind dabei Höhepunkte dieses Melodienreigens, wobei das letzte in seiner lyrisch schmelzenden Art wohl das bekannteste ist. Nach der „Fledermaus“ wurde „Der Zigeunerbaron“ ein großer Bühnenerfolg. Das Werk ist vergleichbar mit einer Spieloper, fand aber zu seinen Lebzeiten keinen Zugang zu den Opernbühnen. Erst nach seinem Tod wurde der „Zigeunerbaron“ im Jahre 1910 von den Opern-theatern in Dresden und Wien aufgeführt. In der Musik erkennt man immer wieder die durch die Handlung bedingte Betonung ungarischer Einflüsse.

Johann Strauß produzierte in beispielloser Schaffenskraft eine unübersehbare Menge an Werken. Der Walzerkönig hat der Nachwelt neben seinen Operetten auch noch rund 500 andere Kompositionen, wie zum Beispiel Walzer, Quadrillen und Polkas hinterlassen. Das Bild seiner Schöpfungen ist zugleich ein Spiegel seines bewegten Lebens. Selbst Wagner, Brahms und Verdi sahen in ihm das große Genie und ehrten den Meister der Operette. Die musikalischen Zeitgenossen jubelten ihm zu und erhoben ihn neidlos in den Rang eines Unsterblichen. Der Hofballmusik-direktor wohnte von 1878 bis zum Lebensende in Wien. Die Sommermonate verbrachte er in Bad Ischl. Als er am 3.Juni 1899 nach kurzem Krankenlager starb, huldigten Wien und die Welt dem Schöpfer so vieler unsterblicher Melodien.

 

Die Sendung wird auf den Frequenzen von Radio MK und im Internet LiveRadio www.radio-iserlohn.de übertragen.