Jürgen Zimmer, geboren 1942 in Bamberg, ist Ende Mai 2016 verstorben. Er führte ein buntes und kreatives Leben, obwohl er Schwarz-Weiß in seinem Berufsleben als Grafiker immer liebte. In Gedenken an sein Schaffen und sein Leben wiederholen wir am 15.6.2016 eine Sendung vom Februar 2015 mit Iris Rademacher.
In Bamberg, wurde er schon mit 3 Jahren “ins Exil” auf dem  Land in Sicherheit gebracht. Als die amerikanischen Soldaten dort Station machten, wunderte er sich zuerst über die schwarze Hautfarbe. Bei den Soldaten leuchteten die weißen Augen und noch mehr erstaunte Jürgen Zimmer die weißen Handflächen im krassen Kontrast zu den schwarzen Händen. Vielleicht hat er diese Liebe zu schwarz / weiß dort schon empfunden. Nach anfänglichen Schulproblemen, die bei einem späteren Internat Aufenthalt mit bestem Abschluss beseitigt waren, sind die Weichen in Richtung Werbung – heute Marketing – gestellt worden. Einer klassischen Ausbildung zum Gebrauchs-Grafiker folgte ein Studium zum Grafig-Designer in Nürnberg und danach das Design-Studium in Wiesbaden. Auf einer Bahnfahrt lernte Jürgen Zimmer Otl Aichner,  einen der prägendsten deutschen Gestalter bzw. Grafikdesigner des 20. Jahrhunderts kennen. Otl Aichner empfahl dem jungen Studenten den Beruf des Grafik-Designers. Diese Empfehlung hat Jürgen Zimmer mit großem Engagement verfolgt und beruflich in Iserlohn bei der Firma Vieler International 40 Jahre erfolgreich umgesetzt.

Schwere Krankheitsbilder machten es ihm lange Zeit unmöglich Interessen oder Hobbies weiter zu verfolgen. Auch beim dritten „Versuch“, an der Himmelspforte anzuklopfen, sagte der liebe Gott, dass noch kein Platz für ihn „hier oben“ sei. So ist Jürgen Zimmer nun in der Curanum – Seniorenresidenz wieder aktiv und engagiert tätig. Mischt dort Bewohner auf und führt Bewohner und Leitung im Bewohnerrat zusammen. Er möchte noch viel erreichen und setzt sich erfolgreich für die Belange des Hauses und seiner Bewohner ein. Vielleicht wird er auch hier wieder in der alten erlernten Tätigkeit, als handschriftlicher Kalligraf, Ideen umsetzen können. Viele seiner handschriftlichen Aufzeichnungen findet man in Kirchen, öffentlichen Gebäuden als diese erbaut oder renoviert wurdenin den Grundsteinbehältnissen. Hier hat er nach seinem Traumberuf eine Berufung gefunden, die ihn erfüllt.

Die heutige Wiederholung erfolgt in Erinnerung an Jürgen Zimmer.

Erstsendung: Beruf – Berufung – Traumberuf mit Iris Rademacher am 18.02.2015  um  20:04 Uhr auf  den Frequenzen von Radio MK