Zum ersten Todestag von Carl-Heiz Kipper aus Iserlohn wiederholen wir einen Beitrag vom November 2013 (bearb.). Das Beitragsbild zeigt Charly Kipper (re.) und Holm Roch.

“Der 85-jährige Carl-Heinz Charly Kipper ist ein Iserlohner Original: Der frühere IBSV-Schützenkönig und Ingenieur ist stadtbekannt und beliebt. Und doch hat er in seiner Heimatstadt schreckliches Leid erfahren müssen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus durfte der Sohn einer jüdischen Mutter und eines katholischen Vaters nicht das Gymnasium besuchen, wurde in seiner Ausbildung schikaniert. Seine Mutter konnte nur noch heimlich im Dunkeln einkaufen, die Familie erhielt weniger Lebensmittelmarken als die arischen Deutschen und seine Mutter musste den Judenstern tragen. Frühere gute Bekannte wandten sich ab, ließen die Kippers im Stich.

Helene Kipper wurde schließlich 1942 ins KZ Theresienstadt gebracht. Nachdem auch der Sohn verhaftet und zur Zwangsarbeit gezwungen wurde, meldete der Arnsberger Regierungspräsident: Iserlohn ist jetzt judenfrei.

Wie durch ein Wunder überlebten Mutter und Sohn. Doch von 64 jüdischen Familienmitgliedern waren nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch sechs am Leben.

Charly Kipper hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch Vorträge dazu beizutragen, dass so etwas nie wieder passiert. Der 85-Jährige besucht Schulen und Justizvollzugsanstalten, macht Stadtführungen in Iserlohn. 2009 zeichnete zeichnet Minister Armin Laschet den unermüdlichen Zeitzeugen für sein Engagement in der jüdischen Synagoge in Bochum mit dem Ehrenpreis des Landesjugendrings, dem Goldenen Hammer 2009, aus. ” (Quelle: Zonta Club Iserlohn, vor dem Charly Kipper 2011 einen Vortrag gehalten hat.)