Sprechen wir doch mal über Weibsbilder und Frauenzimmer! Das Bild eines Weibsbildes stand  im 13. Jahrhundert und später nicht für das Aussehen sondern für Gestalt, für Bildung, für Ansehen in der Gesellschaft. Und das Frauenzimmer gibt es seit dem 15. Jahrhundert: Das waren Gemächer, Räume einer Königin, einer Fürstin, einer adeligen Hausherrin. Ein Raum oder Räume, welche ausschließlich für Frauen eingerichtet waren und auch FreiRäume wurden.

  Was ist aus den Stammworten geworden? Heute haben wir unter Weibsbildern kräftige, laute, freche, starke, kämpfende, wilde und erotische Weiber, oft auch Furien, im Kopf und der Begriff Frauenzimmer signalisiert abwertend Leichtfertigkeit, Berechnung und Raffinesse.
Was ist passiert? Haben wir Frauen zu dieser Veränderung beigetragen? Vielleicht aber auch die märchenschreibende Männerwelt?

Hier in den Beitrag hineinhören:

 


Die Sendung des Fölok Iserlohn e.V. wird auf den Frequenzen von Radio MK und im Internet LiveRadio www.radio-iserlohn.de übertragen.  (Wiederholung vom  10.März 2015)

Anmerkungen:

1715 erschien im Verlag Amaranthes/Leipzig das “Frauenzimmer-Lexicon” und bereits 1739 + 1773 erschienen
Neuauflagen. Deutschsprachig und speziell an Frauen gerichtet. Darin fanden die Frauen nutzbares, galantes und
seriöses. Im Lexicon fanden sie auch geistliche und weltliche Orden, Ämter, Würden, Professionen und Gewerke,
Privilegien und rechtliche Wohltaten. Namen von Göttinnen, gelehrte Weibsbilder, Prophetinnen, Märtyrinnen,
Ketzerinnen, sektirischen und begeisterten Weibspersonen, Zauberinnen und Hexen. Darin fanden Frauen alles über den Haushalt, über Reinigung, Bücher, Kunst + Wissenschaft, Aberglauben, Gebrechen der Weiber, Gesinde-Ordnung,
weibl. Strafen und Züchtigung. Große Teile darin kommen aus einem exquisiten Kochbuch.

Die Originalausgabe des Amaranathes Fauenzimmer Lexicon von 1715 ist heute noch im Deutschen Museum in München zu sehen.