Im Teil 2 wird Robert Beyer den Karriereweg des Tenors Benjamino Gigli fortsetzen.
Nach seinem großen Auftritt an der Mailänder Scala wurde auch die MET in New York auf Gigli aufmerksam. Am 26. November 1920 hatte er dort seinen ersten Auftritt. Hier war Caruso 18 Jahre lang die große Attraktion. Ihm nicht gleichwertig, aber doch ebenbürtig, trat er nun das Erbe dieses Stimmwunders an. Zwölf Jahre war er an dieser Bühne. Gigli sang an der Met in New-York in 29 Opern insgesamt 375 Aufführungen. Er war einer der führenden Tenöre, die nach Caruso die Vormachtstellung übernommen hatten.

Nachzulesen ist in diesem Zusammenhang folgendes:
„Giglis lyrischer Tenor wurde auch hier von Kritikern wegen seiner besonderen Wärme und Weichheit gelobt. Er hat durch den Geschmack und die Beherrschtheit beim Einsatz seiner Stimme bewiesen, dass er ein exzellenter Sänger war. Gigli offenbarte, was die Tenorstimmen seit vielen Jahren kaum noch vermitteln können “nämlich, wie eine gesunde Stimme klingen kann.“

Nach Beendigung seines Engagements an der Met in New-York kam Gigli 1932 nach Europa zurück. Er hatte nun Weltruhm erlangt und wurde an allen großen Bühnen mit offenen Armen empfangen. 1932 entzündete er im Berliner Sportpalast vor 12.000 Zuschauern ein wahres Feuerwerk der Begeisterung. Gigli sang seine Lieder mit Hingabe und Inbrunst, oft schmerzerfüllt und schluchzend. Schon in den USA hatte er Kontakt zur Filmindustrie, den er jetzt auch hier, vornehmlich bei der UFA in Berlin, bekam. Er stand schnell unter Vertrag. Seine Filme garantierten volle Kinosäle. Von 1933 bis 1944 drehte er in Deutschland zwölf Filme. Zu nennen sind da u.a. die Kassenschlager: “Dir gehört mein Herz“ mit Lucie Englisch und Theo Lingen, “Ave Maria“ mit Erna Berger und Michael Bohnen, “Vergiß mein nicht“ mit Magda Schneider und “Mutterliebe“ mit Maria Cebotari und Michael Bohnen.

Ab 1937 wurden auch in Italien Filme mit Gigli produziert. Z.B. “Bajazzo“ mit Paul Hörbiger und “Drei Frauen um Verdi“ mit Maria Cebotari und Pierre Brasseur. Gigli gilt als der erfolgreichste italienische Tenor nach Caruso. Dem Zauber seines Pianissimos und der Klangpracht seiner hellen, samtweichen Stimme konnte sich keiner entziehen. Während seiner langen Karriere behielt seine Stimme wohltuende Frische und unverminderte Jugendlichkeit. Benjamino Gigli beendete 1955 seine künstlerische Laufbahn. Er starb am 30.November 1957 in Rom.

Die Fölok Sendung wird auf den Frequenzen von Radio MK und im Internet LiveRadio www.radio-iserlohn.de ausgestrahlt