Vico Torriani machte in seiner Glanzzeit nicht nur als Schlagersänger, sondern auch als Fernsehmoderator und Filmdarsteller von sich reden.Geboren am 21. September 1920 in Genf, machte er nach seiner Schulentlassung  zunächst eine Ausbildung im Hotelfach.

Nebenbei verdiente er sich als Skilehrer etwas Geld dazu und nach seiner Militärzeit war er in Zürich in einem Restaurant als Kellner tätig. In seiner Freizeit lernte er Akkordeon- und Gitarre und unterhielt mit Liedern zur Gitarre schon mal die Gästen.

Nach seinem Erfolg beim Gesangswettstreit 1946 kamen die ersten Engagements von Radio Zürich und Basel. Ein Jahr später schaffte er mit “Addio Donna Grazia” seine erste Platteneinspielung und damit den Einstieg ins Schlager-geschäft. Die erste Sprosse der Erfolgsleiter hat er nun geschafft. Er ging auf eine Gastspielreise durch Europa. Sein jugendlicher Frohsinn und sein unerschütterlicher Optimismus wirkten sich auch positiv auf seinen Gesang und seine Filme aus.

Die Jugend, so heißt es, konnte er allerdings nicht so sehr für sich begeistern. Er war eher ein Künstler für die Erwach-senenwelt, wobei die Frauen ihm wegen seines südländischen Charmes den meisten Beifall zollten. Nachzulesen ist: ” Torriani wurde entgegen dem herrschenden Zeitgeist zur Ikone des deutschen Schlagers und zu einer zeitgeschichtlich wichtigen Persönlichkeit emporgehoben. Da sang ein Künstler, der so war wie die schweigende Mehrheit, arbeitssamt und anständig und konnte gleichzeitig vorgeben, so lässig und cool zu sein wie ein Vertreter der “!High-Society”. Bei seinen Auftritten in Deutschland nahm Willi Berking ihn in sein Orchester auf und machte ihn auf Gastspielreisen in Deutschland und dem europäischen Ausland bekannt. Mit seiner hellen Tenorstimme und seinem südländischen Charme begeisterte Vico die Zuhörer.

Viele seiner Lieder standen oft wochenlang in den Hitparaden. Eines seiner heißen Renner war “Ananas aus Caracas”. Seine große Popularität macht sich auch die Filmindustrie zu Nutze. Von 1951 bis 1962 waren es 14 Filme, in denen ihn seine Fans bewundern konnten. Nicht alle wurden Bestseller. Die meisten aber behielten ihren Reiz über Jahre und sorgten für volle Kinokassen. Die Menschen waren begeistert und spendeten bei den Premieren oft Beifall auf offener Szene.

Mit den Unterhaltungssendungen “Gruezi Vico” und “Hotel Victoria” stieg Torriani 1959 ins Fernsehgeschäft ein. 1967 übernahm er dann von Lou van Burg die Moderation vom “Goldenen Schuß”. Diese Spiel-sendung erzielte unter seiner Leitung Einschaltquoten bis zu 80 %. Der Künstler erreichte damit den eigentlichen Höhepunkt seiner TV Popularität. Im Schweizer Fernsehen hatte er beson-ders mit seiner Kochserie großen Erfolg.

In den 1970er Jahren begann für Vico so langsam der Wechsel vom Schlager zur Volksmusik. Das Lied “La Pastorella” wurde ein Hit und brachte ihm die “Goldene Schallplatte” ein. Er war nun auch viel auf der Bühne in Musicals und Operetten zu sehen. Auf Grund seiner künstlerischen vielseitigen Leistungen bekam der “Superstar” viele Ehrungen und Auszeichnungen.

Vico Torriani starb am  25. Februar 1988 in seiner Heimat in Agno in der Schweiz. Er hat vielen Menschen mit seiner Kunst über Jahrzehnte Freude  bereitet. Auch nach seinem Tod sind seine Lieder immer noch zu hören, die romantische Erinnerungen an Sonne, Amore und die Sehnsucht nach dem Süden wachrufen.