In diesem Jahr haben die  Geschichtslehrer Mathias Windisch und Patrick Sander vom märkischen Gymnasium in Iserlohn (MGI) mit Ihren Schülerinnen und Schülern nach der Auschwitzfahrt zur Präsentation ihrer Ausstellung im Rathaus der Stadt Iserlohn auch den Antisemitismusforscher Prof. Dr. Wolfgang Benz eingeladen. In dem Radiobeitrag von Thomas Brenck sprechen Kursmitglieder, ihre Lehrer und Prof.Benz über eine Zeit der deutschen Geschichte, die bis heute  in vielfacher Hinsicht von Bedeutung ist.  Sie sprechen aber besonders auch darüber, was die Auseinandersetzung mit  den Untaten und der Gewalt gegen Menschen in der NS-Zeit für sie bedeutet. In dem Prozeß gegen einen Wachmann, der in Auschwitz tätig war, ist in den letzten Wochen deutlich geworden, dass es sich  gar nicht um eine  so völlig entfernte Epoche der deutschen Geschichte handelt.

Musikbeiträge/ Motive in der  KulturZeit 6.07.2016

  1. J.S. Bach: Cello Suite Nr. 5 in C Minor, Robert Cohen
  2. Ewan Dobson: Level 5 Solo Guitar
  3. Giora Feidman: Three times Gershwin
  4. Gilardina: Ommagio a Sergej  Prokof’evSergej
  5. Forbidden, not forgotten: Hebräischer Kinderchor
  6. Concerto #4 In F Minor, Op. 8, RV 297, “L’Inverno”, 1: Allegro Non Molto 3:30 Giampaolo Bandini, Guitar; Cesare Chiacchiaretta, Accordion/Bandoneon; Francesco Cerrato, Violin; Stefano Cerrato, Cello Ancora La Brezza E L’Alba Classical 1 1
  7. Crossover Ensemble Helios/Suite: Night
  8. Forbidden, not forgotten: Passacaglia und Fuge  fürStreichtrio 1944 Venice Quartet                                                      9. Sting: I´m not without

***Das Beitragsbild zeigt Johanna Teresa Lennhoff und Lennart Schulte gen. Höppe beim Interview in der Bibliothek des Schulzentrums Hemberg

Hier  in den Beitrag hineinhören:

Prof.Dr. Wolfgang Benz:

 

Lennart Schulte gen Höppe, Kursteilnehmer:

 

Johanna Lennhoff, Kursteilnehmerin:

 

 

Zur Eröffnung der Ausstellung in der Schule schreiben die Schülerinnen und Schüler  unter                                            www.mgi-iserlohn.de:

„Auschwitz – Am Scheideweg der Menschlichkeit.“

– Schüler des Märkischen Gymnasiums feiern Eröffnung der selbst geplanten Ausstellung –

Iserlohn. Spätestens als die ersten Klänge der Geige ertönen, ist es totenstill in der Aula des Gymnasiums. Die von einer Schülerin des Projektkurses Geschichte gespielte Lagermusik beschwört die Geister des Konzentrationslagers Auschwitz herauf und schafft eine bedrückende Atmosphäre. Die Wirkung der Musik hält noch an, als die Gäste begrüßt werden. Zunächst wird der Titel der Ausstellung erklärt: Jene sei zweigeteilt, sodass man am „Scheideweg“ der Ausstellung entweder dem eher nüchternen Teil „Strukturen in Auschwitz“ oder dem emotionaleren Teil „Einzelschicksale in Auschwitz“ folgen könne. Aber auch auf die gegenwärtige Situation lasse sich der Titel beziehen, denn vor allem die heranwachsende Generation stehe vor der Herausforderung, entweder die Erinnerung an das Konzentrationslager zu wahren – oder Gefahr zu laufen, dass jene Geschehnisse in Vergessenheit gerieten. Mit anderen Worten – der ganz persönliche Scheideweg eines jeden einzelnen, der die Entscheidung zwischen Erinnern oder Vergessen abverlange.

Der Projektkurs Geschichte der Q2 ist seit dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz Birkenau im heutigen polnischen Oswiecim im Oktober 2015 dabei, die richtige Abzweigung zu nehmen. Die dort gesammelten Eindrücke, die nicht nur „von jedem einzelnen anders verarbeitet wurden und Gespräche und Gedanken bestimmten“, sondern auch „so gar nicht mit den, vor Antritt der Fahrt erhaltenen, bildlichen Eindrücken“ zu vergleichen waren, sollen dem Besucher der Ausstellung näher gebracht werden. Als wichtige Informationsquelle habe unter anderen ein Zeitzeugengespräch mit dem polnischen Widerstandskämpfer Waclaw Dlugoborski gedient, das von den Schülern noch immer als großes Privileg angesehen wird „in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeugen von dem unvorstellbaren Leid berichten können.“

Nacheinander tritt ein Schüler nach dem anderen auf die Bühne, um den Gästen die Arbeit ihrer jeweiligen Kleingruppe vorzustellen. Sie sollen nachvollziehen, wie das Endprodukt, die vielen Stellwände und das Panorama, die seit dem 20. Januar in der Pausenhalle zu besichtigen sind, zu Stande kamen. Wie auch die Stiftung „Erinnern ermöglichen“, die dem Projektkurs half die Fahrt in die Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim zu finanzieren, versucht das „Herz anzurühren“, hoffen die Oberstufenschüler bei den Besuchern der Ausstellung einen Nerv zu treffen. Schließlich werden die Gäste mit einigen letzten Worten in die Ausstellung entlassen. Eltern, Lehrer und Freunde sollen nun an Erfahrungen teilhaben, „die nicht durch ein einfaches Nachschlagen im Lexikon ersichtlich sind.“ In der nächsten Woche werden circa 600 Schüler des Gymnasiums von Projektkursteilnehmern durch die Ausstellung begleitet.

Im weiteren Verlauf des Abends ist es in der Pausenhalle dann nicht mehr totenstill – aber die Stimmung ist unverändert bedrückt und viele Gesichter spiegeln Betroffenheit. Und auch ein wenig Stolz bei vielen Schülern: Auf ihre Arbeit und darauf, dass ihre Gäste berührt sind.(…)

Prof.W.Benz MGI 22.2.16