Das Team des Iserlohner Stadtarchivs las unter der Leitung von Stadtarchivar Rico Quaschny im November 2014  Briefe und Tagebuchaufzeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg.

Die Lesung aus den im Archiv vorhandenen Dokumenten fand  im Rahmen der regelmäßigen Vorträge des Stadtarchives statt.

Es handelt sich um Quellen, die aus Privatbesitz in das Stadtarchiv gelangt sind und so der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden konnten. Es geht um Zeugnisse der Kriegszeit, aus der jeweiligen persönlichen Perspektive der Betroffenen. Die Sichtweisen sind durch den sozialen Stand, Alter, Lebenserfahrung und Geschlecht  unterschiedlich.

Bedeutsam ist natürlich: Es geht um Stimmen von der Front und  aus der Heimat, der sogenannten “Heimatfront.”

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Sprecherinnen und Sprecher: Lars Sonnenberg, Tanja Marschall-Wach, Rico Quaschny, Natalie Welzel und Thorben Westhoff ( v.li.)

Gelesen haben:
Tanja Marschall-Wach: Johanna Wilke  * Lars Sonnenberg: Friedrich Scheve* Natalie Welzel: Friedrich Rinke     Thorben Westfhoff: Ludwig und Heinrich Hardegen * Rico Quaschny: Otto Neu
 Dokumente wurde 2015 aufgenommen und enthält Briefe und Aufzeichnungen aus den Jahren 1914 -1916.
*Geplant ist eine Fortsetzung für die Jahre 1917 bis 1918  *Das Beitragsbild zeigt ein  typisches Kriegsalbum mit der Kaiserbüste für die Postkarten an die Familie in der Heimat.

Kurze musikalische Impulse werden durch Klavierstücke des in Hagen        geborenen Komponisten und Dirigenten Karl Halle und eine Allemande   aus der Suite Nr. 5 von J.S. Bach geboten.

 Sie hören Wolfgang Glemser (Klavier) und das Frankfurter Gitarrenduo.

Karl Halle  wurde am 11. April 1819 in Hagen/Westfalen geboren und starb am  25. Oktober 1895 in Manchester Er wurde in England geadelt und wirkte als Sir Charles Hallé, als Pianist und  Dirigent    deutscher Herkunft.Er wurde vor allem bekannt als Gründer des Hallé-Orchesters,des ältesten professionellen Orchesters in Großbritannien.

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e1/Charles_Halle.jpg/330px-Charles_Halle.jpg

Charle Hallé, geboren in Hagen/Westfalen

https://karl-halle.de  * Seite der Karl-Halle-Gesellschaft Hagen e.V.

 

Hier in die Brieflesung hineinhören:


Stadtarchiv Iserlohn (2014):

Zwischen Kriegsbegeisterung und Friedenssehnsucht – Iserlohner Stimmen aus dem Ersten Weltkrieg
Eine Chronistin der Kriegsjahre: Johanna Wilke, Ehefrau des Fabrikanten Gustav Wilke, Firma Brause & Co.
Am Montag, 17. November, setzen Stadtarchiv und VHS Iserlohn ihre stadtgeschichtliche Vortragsreihe mit dem Themenschwerpunkt „100 Jahre Erster Weltkrieg“ fort. Unter der Überschrift „Ach, ich denke so viel an den Frieden!“ wird das Team des Stadtarchivs Auszüge aus Briefen und Tagebüchern von Iserlohnern aus dem Ersten Weltkrieg vortragen.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.
Die ausgewählten Textstellen bieten sehr persönliche Blicke auf den Ersten Weltkrieg. Sie offenbaren Erlebnisse und Empfindungen verschiedener Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Altersgruppen. So knapp die Textauswahl für die Lesung auch ist, so entsteht doch eine eindrucksvolle und nachvollziehbare Chronik der Kriegsjahre 1914 bis 1918.
Neben bereits veröffentlichten Briefen von Friedrich Rinke sowie den Brüdern Heinrich und Ludwig Hardegen liegt ein Schwerpunkt der Lesung auf neu erschlossenen Quellen von Johanna Wilke, Friedrich Scheve und Otto Neu.
„Noch nie bin ich so leidenschaftliche Zeitungleserin gewesen wie jetzt. Ich führe ein Kriegs-Tagebuch & sammle auch alle Kriegsgedichte, die die Blätter bringen. Alle anderen Interessen sind untergegangen in dem einen großen am Schicksal unseres Vaterlandes“, notierte begeistert die Fabrikantengattin Johanna Wilke (Fa. Brause) im August 1914 in ihr Tagebuch, dem sie jedoch auch ihre Ängste anvertraute. Friedrich Scheve aus der Obergrüne berichtete seinem Bruder an der Westfront vom Eintreffen der ersten Verwundeten in Iserlohn und seinem Dienst im Jungwehrbatallion. Voller Siegesgewissheit und Gottvertrauen zog Friedrich Rinke aus Hennen in den Krieg. Die Brüder Heinrich und Ludwig Hardegen erlebten an der West- bzw. Ostfront die Schrecken des Krieges und die schlechte Ernährungssituation. Friedenssehnsucht kommt in Briefen des Iserlohner Bauunternehmers Otto Neu, der von 1914 bis 1918 als Leutnant am Ersten Weltkrieg teilnahm, zum Ausdruck. Im Juni 1917 schrieb er an seine Frau: „So leid wie jetzt bin ich den Krieg noch nicht gewesen“ und im Herbst 1918 bekannte er „Ach, ich denke so viel an den Frieden!“.

Information zu einer Publikation, aus der gelesenene Brief stammen:

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Briefe aus dem 1. Weltkireg, Im Iserlohner Mönnig-Verlag 2013, in einem Buch von Jürgen Isken, dessen Familie aus iserlohn stammt.

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Aus dem Band von Jürgen Isken:Hoffentlich hat der Dreck bald ein Ende, Mönnig-Verlag Iserlohn 2013, S.600

Weitere Bücher zur Heimat-und Regionalgeschichte finden Sie beim Mönnig-Verlag: www.mönnig.de