Getreu dem Motto seiner Sendung “Blick zurück” wird Moderator Robert Beyer zusammen mit seinen Hörern und Hörerinnen wieder eine Reise in die Vergangenheit machen. Es ist gleichzeitig eine Widmung an einen Komponisten, von dem viele Musikwerke bis heute Bestand haben und immer noch auf internationalen Bühnen gespielt werden. Aus der großen Komponisten-Familie Strauß ist Johann Strauß der Jüngere der bedeutendste und als Walzerkönig in die Musikgeschichte eingegangen. Richard Wagner sprach von ihm als dem größten musikalischen Talent des 19. Jahrhunderts. Von den vielen Operetten, die Johann Strauß geschrieben hat, haben sich nicht alle bis zum heutigen Tag gehalten. Einige aber, wie “Eine Nacht in Venedig”, Wiener Blut, Zigeunerbaron, Karneval in Rom und Casanova werde auch heute noch mit großem Erfolg gespielt.

Seine Fledermaus die am 5. April 1874 in Wien uraufgeführt wurde, gehört mit zu den meistgespielten Werken des Musiktheaters. Johann Strauß wurde am 25. Oktober 1825 in Wien als Sohn des gleichnamigen Altmeisters des Wiener Walzers und Anna Streim geboren. Nachdem Johann Strauß der Jüngere nach der Ausbildung als Berufsmusiker anerkannt wurde, gründete er im Herbst 1844 eine Kapelle. Der erste Auftritt mit dieser Musik-gruppe fand beim “Dommayer” im Kasinogarten in Hietzing statt. Nach dem Tod seines Vaters im September 1849 übernahm er dann dessen Musikkapelle, mit der er ebenfalls große Begeisterungsstürme beim Publikum auslöste. Sein Ruhm verbreitete sich auch im Ausland. Er trat unter anderem in Berlin, London, Paris, Petersburg und sogar in den Vereinigten Staaten auf.

Mit seiner Musikgruppe machte er somit seine Melodien weltweit bekannt. 1871 übergab er seine Kapelle an seine Brüder Josef und Eduard. Fortan galt sein besonderes Interesse der Operettenkomposition. Bis dahin hatte er aber bereits viele Walzer geschrieben, wie “Morgenblätter”, “Geschichten aus dem Wiener Wald”, “An der schönen blauen Donau” und “Wiener Blut”. Als Operetten-komponist debütierte er 1871 mit dem Stück “Indigo und die vierzig Räuber”, heute bekannt unter dem Titel “1001 Nacht”. Es ging unaufhörlich weiter. Großen Erfolg feierte Strauß auch mit dem am 2. Oktober 1883 in Berlin uraufgeführten Werk “Eine Nacht in Venedig”. Johann Strauß hatte den Trend der Zeit erkannt und ließ bei allen seinen Werken das volkstümlich-wienerische einfließen. Einige der rund 20 Strauß-Operetten wurden Publikumsmagnete. So auch die Operette “Der Zigeunerbaron”. Die musikalischen Zeitgenossen de Johann Strauß erhoben den Walzerkönig neidlos in den Rang eines Unsterblichen.

Auch Wagner und Brahms sahen in ihm das große Genie. Sogar Verdi ehrte den Meister der Operette. All seine Werke, ob verträumt oder im schnellen Rhythmus, ziehen den Zuhörer immer wieder in den Bann. Der Walzerkönig hat der Nachwelt neben seinen Operetten auch noch rund 500 andere Werke, wie zum Beispiel Walzer, Quadrillen und Polkas hinterlassen. Anteil und Einfluss auf sein Schaffen nahm seine 1930 verstorbene dritte Frau Adele. Sie war seine große Liebe. Ohne sie fühlte er sich einsam und verlassen. Sie strahlte die nötige Ruhe und Geborgenheit aus, die der abergläubische und nervöse Strauß dringend brauchte.

Trotz seiner Erfolge als Walzerkönig war Strauß nicht eingebildet und anmaßend, sondern eher schlicht und natürlich und sehr selbstkritisch. Der Hofballmusikdirektor Johann Strauß wohnte von 1878 bis zum Lebens-ende in Wien. Die Sommermonate verbrachte er in Bad Ischl. Als er am 3. Juni 1899 nach kurzem Krankenlager starb trauerte Wien und die Welt um diesen genialen Meister der Musikkunst.