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20 Juli 2017

“Blick zurück” Robert Beyer zeichnet ein Porträt von Franz Peter Schubert . Wiederholung bereits am Freitag, dem 18. August 2017, ab 21.04 Uhr

Die Biografien des Franz Schubert spiegeln ein eindrucksvolles Bild des genialen Komponisten wider. Die Öffentlichkeit nahm zu seinen Lebzeiten wenig Notiz von seinen Kompositionen. Während seine Lieder zwar schon gesungen wurden, sind seine Instrumentalwerke wenig beachtet worden. Viele Stücke fanden erst nach seinem Tod die verdiente Würdigung.

Franz Peter Schubert wurde am 31.Januar 1797 in Lichtental bei Wien als eines von vierzehn Kindern geboren. Seine Vorfahren waren Schlesier, trotzdem war sein Wesen von echtem Wiener Charme geprägt. Schubert wurde zunächst von seinem Vater, einem musikalischen Schulmeister, im Geigenspiel unterrichtet. Mit zehn Jahren war er schon Sänger im Chor der heimischen Hofkapelle. Nach seiner Ausbildung im angeschlossenen Konvikt half er dem Vater in der Schule und machte sich wieder ans Komponieren.

Mit siebzehn Jahren schrieb Schubert bereits die Melodie zu “Gretchen am Spinnrad” und ein Jahr später vertonte er den “Erlkönig“. Neben seinen weit über 600 Liedern schaffte Schubert auch andere große musikalische Werke der vokalen und instrumentalen Tonkunst. Drei Sinfonien hatte er bereits geschrieben, als er 19jährig die Vierte in c-Moll, bekannt als “Tragische”, komponierte. Im gleichen Jahr wurde auch noch die fünfte Sinfonie fertig gestellt. Sie ist geprägt von jugendlicher Fröhlichkeit und einem großen Optimismus. Schubert bewies in seinem Schaffensdrang eine angeborene Univer-salität. Neben weltlichen Werken hat er sich auch mit der geistlichen Musik befasst.

Höhepunkte der romantischen Kirchenmusik sind die As-Dur- und die Es-Dur-Messe. Schubert war sein Leben lang von einem Unabhängigkeitsdrang erfüllt. Er konnte sich in keine bürgerliche Lebensform hineinfügen. Mit einer großen inneren Dynamik, gepaart mit einem beinahe dämonischen Schaffensdrang, ließ Schubert monumentale und zutiefst originale Werke entstehen. Es ist unvorstellbar, wenn man an die vielen großartigen Kompositionen denkt, die er in seinem so kurzen Leben geschaffen hat. Er hatte sich schnell aus dem Wirkungskreis einiger Vorbilder gelöst. Nur so war es ihm möglich, seine Lieder mit eigener Phantasie zu füllen. Seine Freunde, allen voran Franz von Schober, waren für ihn sehr wichtig. Sie waren ihm sehr zugetan, unterstützten ihn wo sie nur konnten und förderten seine Musik. Der 16.Juni 1816 war für Franz Schubert ein ganz besonderer Tag. Da komponierte er nämlich das erste Mal für Geld. Er erhielt für eine Kantate zu einer Namenstagsfeier mehr als 100 Gulden, also das Doppelte des Jahres-gehaltes als Hilfslehrer bei seinem Vater.

Anfang des Jahres 1823 musste Schubert wegen einer schmerzhaften Quecksilberbehandlung ins Krankenhaus. Sein Gefühlsleben war fortan vielen Schwankungen unterworfen und sein depressiver Zustand wirkte auf seine Freunde beängstigend. Eine neue, hektische, beinahe fieberhafte Schaffensperiode begann bei Schubert nach Beethovens Tod, der ihn sehr bedrückte. Er fühlte sich “als der nächste” und arbeitete mit einer nervösen Hast. In dieser Zeit schrieb er seine “Winterreise”, die C-Dur-Sinfonie, das Es-Dur-Trio, die Es-Dur-Messe und herrliche Klaviermusik. Angebote von Verlegern machten ihn wieder optimistisch.

Wie ernst Schubert sein Schaffen nahm, sieht man daran, daß er noch kurz vor seinem Tod Händels Musik studierte. Danach wollte er Unterricht im Kontrapunkt nehmen. Eine Typhuserkrankung zwang ihn jedoch wieder aufs Krankenlager Ein hinzugekommenes Nervenfieber brachte ihm den Tod. Am Nachmittag des 19.November 1828 versuchte er sich aufzurichten und murmelte: „Hier, hier ist mein Ende” und starb. Sein Bruder Ferdinand und der Arzt waren in seiner Todesstunde bei ihm. Schubert fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Währing nahe der Grabstätte Beethovens.

Früherer Sendetermin:  20.06.2015

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